Buchhaltung selber machen oder Steuerberater beauftragen?
Aktualisiert am · 2 Min. Lesezeit
Die Frage ist selten „ganz oder gar nicht“. Die meisten Selbstständigen landen bei einem von drei Wegen: alles selbst, Belege selbst erfassen und die Steuererklärung der Kanzlei überlassen, oder alles abgeben. Welcher passt, hängt von Rechtsform, Zahl der Belege und deiner Lust auf Zahlen ab.
Die drei Wege
| Weg | Du machst | Die Kanzlei macht | Passt zu |
|---|---|---|---|
| Alles selbst | Rechnungen, Belege, Buchungen, UStVA, EÜR, Steuererklärung | nichts oder nur Fragen gegen Honorar | Freiberufler und Kleinunternehmer mit überschaubaren Belegen |
| Arbeitsteilung | Rechnungen schreiben, Belege erfassen, Bank abgleichen | Prüfen, Abschluss, Steuererklärungen | die meisten Gewerbetreibenden und wachsende Freiberufler |
| Alles abgeben | Belege sammeln und weitergeben | Buchhaltung, Lohn, Abschluss, Erklärungen | GmbH/UG, Betriebe mit Angestellten oder vielen Belegen |
Wann du es gut selbst machen kannst
- Du bist Freiberufler oder Kleinunternehmer und ermittelst den Gewinn per EÜR.
- Du hast wenige Dutzend Belege im Monat und keine Angestellten.
- Deine Fälle sind einfach: keine Auslandsgeschäfte, kein Anlagevermögen in großem Stil.
- Du nimmst dir regelmäßig eine Stunde pro Woche oder Monat dafür.
Eine einmalige Beratung zum Start lohnt sich trotzdem oft: Die Kanzlei richtet mit dir Kontenrahmen und Abläufe ein, und du vermeidest teure Grundfehler.
Wann du die Kanzlei brauchst
- GmbH oder UG: Bilanz, Körperschaft- und Gewerbesteuer sowie die Offenlegung sind ohne Fachwissen kaum zu schaffen.
- Angestellte: Lohnabrechnung mit Sozialversicherung hat viele Fallstricke.
- Besondere Fälle: Auslandsgeschäfte, Immobilien, Betriebsaufspaltung, Unternehmensverkauf.
- Keine Zeit oder Lust: Auch das ist ein legitimer Grund. Deine Zeit ist im eigenen Geschäft meist mehr wert.
Die Kosten der Kanzlei richten sich nach der Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV) oder einer Pauschale. Je besser deine Belege vorbereitet sind, desto weniger Zeit braucht die Kanzlei. Frag nach einem Angebot und danach, welche Software die Kanzlei für die Zusammenarbeit empfiehlt.
Software, die die Zusammenarbeit leichter macht
- DATEV-Export: Die meisten Kanzleien arbeiten mit DATEV. Ein sauberer Export der Buchungen und Belege spart dort viel Zeit.
- Zugang für die Steuerberatung: Die Kanzlei schaut direkt ins Programm, statt Ordner und Mails zu bekommen.
- Bankanbindung und Beleg-Scan: Damit sind Belege und Zahlungen vollständig, bevor die Kanzlei anfängt.
- ELSTER-Schnittstelle: Wenn du die Voranmeldungen selbst abgibst.
Im Software-Finder kannst du angeben, ob deine Steuerberatung DATEV nutzt oder direkt in die Software schauen soll. Er zeigt dann nur Programme, bei denen das nicht ausdrücklich fehlt.
Häufige Fragen
Muss ich als Selbstständiger einen Steuerberater haben?
Nein, eine Pflicht gibt es nicht. Du darfst Buchhaltung und Steuererklärungen selbst machen, auch als GmbH. Bei Kapitalgesellschaften ist es wegen Bilanz und Offenlegung aber sehr aufwendig.
Was ist der Vorteil der Arbeitsteilung?
Du erledigst die laufenden, einfachen Arbeiten selbst und zahlst die Kanzlei nur für Prüfung, Abschluss und Erklärungen. Das ist meist günstiger als alles abzugeben und sicherer als alles selbst zu machen.
Welche Software nutzen Steuerberater?
Die meisten Kanzleien arbeiten mit DATEV. Für dich wichtig ist, dass dein Programm einen DATEV-Export oder einen Zugang für die Kanzlei bietet.
Quellen
Dieser Artikel gibt den Stand vom 22. Oktober 2026 wieder und dient der allgemeinen Information. Er ist keine Steuer- oder Rechtsberatung und kann die Prüfung deines Einzelfalls durch eine Steuerberaterin, einen Steuerberater oder eine Anwältin bzw. einen Anwalt nicht ersetzen. Gesetze und Verwaltungsauffassung können sich ändern.
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